Sonntag, 12. Juni 2005

in sieben

Gula: Gefräßigkeit, Völlerei, Unmäßigkeit (6)

Hieronymus Cock

Ich bin unmäßig, maßlos in einem modernen Sinne. Ich lebe über die reine Notwendigkeit hinaus, in Kapitalismus und Wachstum.
Ich esse gern, aber nicht übermaßig, ich esse unnötig gut, warum muss es Sushi und Filet sein während woanders Kinder an Hunger sterben? Muss es denn jedes Jahr ein neues Notebook sein? Eine zweite Digicam, wo ich eh nur eine zur Zeit benutzen kann? Noch ein Gadget, noch ein Männerspielzeug? Auf Dauer so unbefriedigend wie unnötig. Ja, ich bin maßlos, vielleicht nicht mehr als die meisten meiner Mitmenschen, aber auch nicht weniger.
https://zerotonin.twoday.net/stories/758653/modTrackback
spurlos - 12. Jun, 23:28

ich mag diese, deine serie sehr! :)

hierzu dann etwas von kinski/villon:

Da lieg ich mit dem Bauch so tief im Blaubeerkraut
wo sich der Fink sein Hochzeitslager baut,
auf dass vom Baum nicht weit der Apfel fällt.
Und in dem Apfel wohnen schon die Würmer drin,
damit er nicht zu lange sich am Stengel hält,
und dabei kommt der Spruch mir wieder in den Sinn:
Mensch, frag nicht lang, was morgen wird geschehn.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

Es geht auf dieser grauen Erdenwelt
wohl gar nichts ohne Sorgen um das Geld.
Vom trocknen Brot bekommt man Wind im Darm.
Doch wenn man Wildpret frisst und sich mit Wein
die Schläuche füllt und hinterher noch ein
vergnügtes Weibchen hält im Arm,
dann kann die Welt getrost zugrunde gehen.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

Zero-Tonin - 13. Jun, 23:31

Das freut mich sehr. Mich würde aber interessieren warum?
Und danke für den sehr passenden Kontrapunkt.

spurlos - 14. Jun, 00:58

Warum? Weil diese sieben (waren früher wohl auch schonmal acht) Sünden schon ein sehr weites Spektrum menschlichen Daseins abdecken. Und weil der Begriff Sünde so unpassend, unmodern, ja geradezu verpönt ist (in manchen Zusammenhängen allerdings auch schick, "verrucht"). Daher mag ich diese freie reflektierende Auseinandersetzung en detail mit den einzelnen "altmodischen" Themen, aber eben losgelöst von Ablaß, Beichte und Ewigkeit. Und trotzdem mit einem gewissen (ironischen) Respekt vor den Alten, die uns diese Regeln überliefert haben. In Bildern (s.o.) und Worten zur Warnung, nicht komplett unsinnig.
Kommt meiner Art, die Welt zu sehen, nahe: alles immer wieder neu von verschiedenen Seiten beleuchten, auch mal unkonventionell, und den eigenen Standpunkt dann aus der Gleichzeitigkeit der verschiedensten Sichtweisen abzuleiten.
Oder so ähnlich...


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